27.03.2025 – Beim Darmkrebs-Screening-Programm können ab 1. April auch Frauen ab dem Alter von 50 Jahren eine Früherkennungskoloskopie in Anspruch nehmen. Bei Männern war die Altersgrenze bereits vor sechs Jahren gesenkt worden.
Den Beschluss zum einheitlichen Angebot beim Darmkrebs-Screening hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Januar gefasst. Er wurde nun im Bundesanzeiger veröffentlicht und tritt zum 1. April in Kraft.
Alternativ: Stuhltest alle zwei Jahre
Bislang hatten Frauen erst ab 55 Jahren Anspruch auf zwei Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren. Mit der Absenkung der Altersgrenze hat der G-BA die Anspruchsberechtigung von Männern und Frauen angeglichen.
Außerdem hat das Gremium die Intervallvorgaben für die immunologischen Tests (iFOBT) auf nicht sichtbares Blut im Stuhl vereinheitlicht. Ab April können Frauen und Männer ab 50 Jahren, die im Früherkennungsprogramm keine Darmspiegelung wahrnehmen möchten, alternativ alle zwei Jahre einen iFOB-Test machen. Bisher konnte dieser Test im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich erfolgen, ab dem Alter von 55 Jahren im Zwei-Jahres-Abstand.
Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern in Deutschland. Jedes Jahr sterben etwa 23.000 Menschen an Darmkrebs. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt jährlich bei rund 55.000.
Das organisierte Darmkrebs-Früherkennungsprogramm
Das Programm zur Früherkennung von Darmkrebs wird seit 2019 als organisiertes Darmkrebsscreening angeboten. Seither erhalten anspruchsberechtigte Versicherte im Alter von 50, 55, 60 und 65 Jahren von ihrer Krankenkasse eine Einladung zur Früherkennung. Dem Schreiben liegen Informationen zum Programm bei. So sollen mehr Menschen mit diesem Untersuchungsangebot erreicht werden.
Zum organisierten Darmkrebs-Früherkennungsprogramm gehören eine ärztliche Beratung zur Früherkennung sowie Stuhltests oder Darmspiegelungen. Bei auffälligen Stuhltests besteht immer ein Anspruch auf eine Darmspiegelung.
Das einmalige Beratungsgespräch kann von allen Vertragsärzten angeboten werden, die Leistungen zur Krebsfrüherkennung durchführen, also neben Hausärzten unter anderem auch von Gynäkologen und Urologen.
Untersuchungsangebote ab 1. April 2025
- Frauen und Männer ab 50 Jahren können sich zwischen einem Test auf okkultes Blut im Stuhl, der alle zwei Jahre durchgeführt wird, und zwei Früherkennungskoloskopien im Mindestabstand von zehn Jahren entscheiden.